Düsseldorfer Tabelle 2026
Wie es zu Femiziden kommt
Anonyme Spurensicherung in Münster
In Münster gibt wichtiges Angebot für Menschen ab 14 Jahren, die sexualisierte Gewalt erfahren haben: die anonyme Spurensicherung (ASS). Dieses Verfahren erlaubt Betroffenen, Spuren sicher und medizinisch versorgt festhalten zu lassen – ganz ohne Anzeige. Vertrauen und Schutz stehen dabei im Mittelpunkt. Unterstützt werden sie dabei durch Beratungsstellen, die individuelle Hilfe anbieten.
Damit dieses Angebot gut wirkt, ist es entscheidend, dass Fachkräfte und Multiplikator\*innen in Münster wissen, wie ASS abläuft. Genau dafür findet eine Informationsveranstaltung statt: Am 2. Dezember 2025, von 11:00 bis 13:30 Uhr in der Stadtbücherei Münster, im Zeitungslesesaal.
In zwei Vorträgen erhalten die Teilnehmenden Einblicke in die praktische Durchführung der anonymen Spurensicherung und erfahren, an welche Stellen Betroffene sich wenden können. Außerdem geht es um Grundlagen: Was ist sexualisierte Gewalt? Welche Folgen können erlittene Traumata haben? Und wie lässt sich ein traumasensibler Umgang gestalten?
Die Referentinnen Dr. med. Stefanie Schlepper vom Institut für Rechtsmedizin Münster und Gerlinde Gröger von der Beratungsstelle Frauen-Notruf Münster sorgen dafür, dass Fachwissen und Praxiserfahrungen in die Veranstaltung fließen.
Die Stadtbücherei Münster bietet beste Bedingungen: barrierefrei zugänglich, mit Hilfsmitteln für schwerhörige Menschen und Gebärdensprachdolmetschenden. Anmeldung im Vorfeld ist erwünscht.
„Ja heißt Ja“ jetzt auch in Norwegen
Norwegen hat am 6. Juni 2025 ein neues Sexualstrafrecht verabschiedet, das das „Ja heißt Ja“-Prinzip einführt. Künftig gilt Sex nur dann als einvernehmlich, wenn eine ausdrückliche Zustimmung erfolgt. Schweigen oder passives Verhalten reichen nicht mehr aus. Das Gesetz soll den Opferschutz stärken, da nicht länger die Betroffenen beweisen müssen, dass kein Einverständnis vorlag – sondern die Täter belegen müssen, dass eines bestand. Der Schritt wird besonders von Jugendorganisationen gefeiert, die sich lange für die Reform eingesetzt hatten. Kritik gibt es an langen Verjährungsfristen bei minderschweren Fällen. Eine zweite Parlamentsabstimmung folgt nächste Woche. Deutschland hat noch kein vergleichbares Gesetz.