Mehr Menschen nutzen anonyme Spurensicherung nach sexualisierter Gewalt Für mehr Sichtbarkeit: Gemeinsame Plakat-Kampagne der Stadt und Apothekerkammer
Münster (SMS) Die „Anonyme Spurensicherung nach sexualisierter Gewalt“ (ASS) in Münster verzeichnet eine steigende Nachfrage. Nach 18 Fällen im Jahr 2024 nutzten 2025 insgesamt 33 Menschen die Möglichkeit, Beweise nach einem sexuellen Übergriff anonym ärztlich sichern zu lassen. So können Betroffene auch zu einem späteren Zeitpunkt Anzeige erstatten. Um noch mehr Menschen zu erreichen, startet der Arbeitskreis anonyme Spurensicherung Münster eine Kampagne in Kooperation mit der Apothekerkammer Westfalen-Lippe. Plakate in Apotheken in Münster weisen künftig auf das seit September 2023 bestehende Angebot hin.
„Viele Betroffene sind nach einem sexuellen Übergriff zunächst nicht in der Lage, Anzeige zu erstatten. Die anonyme Spurensicherung ermöglicht es, Beweise trotzdem zu sichern und später über mögliche weitere Schritte nachzudenken und zu entscheiden“, sagt Christine Boldt, Fachärztin im Gesundheitsamt der Stadt Münster. „Ebenso ist vielen nicht bekannt, dass Spuren gesichert werden können, ohne unmittelbar Anzeige zu erstatten.“
Apothekerin Angelika Plassmann, Sprecherin der Münsteraner Apothekerschaft und Inhaberin der Hohenzollern Apotheke ergänzt: „Wir unterstützen das Angebot, weil es wichtig ist, dass Betroffene nach einem Übergriff über die Möglichkeit der anonymen Spurensicherung informiert werden. Mit den Plakaten in den Apotheken erreichen wir viele Menschen auf direkte und niedrigschwellige Weise.“